Offizielle Landessprachen Südafrikas

Seit dem Ende der Apartheid gibt es in Südafrika 11 offizielle Landessprachen: Englisch, Afrikaans, Xhosa, Zulu, Siswati, Ndebele, Sesotho, Nördliches Sotho, Xitsonga, Setswana und Tsvivenda. Unter den zahlreichen nicht-amtlichen Sprachen findet man Lobedu, Nördliches Ndebele, Fanakalo, Phuthi, San, Nam, einige indische Sprachen (Telegu, Tamil, Gudjarati, Hindi) ebenso wie Deutsch, Niederländisch, Portugiesisch, Französisch und Italienisch.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die prozentualen Bevölkerungsanteile der Muttersprachler der jeweiligen Amtssprache:

  • Zulu             23,8%
  • Xhosa           17,5%
  • Afrikaans       13,3%
  • Sepedi          9,4%
  • Englisch         8,2%
  • Setswana      8,2%
  • Sesotho        7,9%
  • Xitsonga        4,4%
  • Swati            2,7%
  • Tshivenda      2,3%
  • Ndebele        1,6%
  • Andere         0,5%

(Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Suedafrika.html)

Nach Indien ist Südafrika damit das Land mit den meisten offiziellen Sprachen weltweit. In allen 11 Sprachen gibt es unterschiedliche offizielle Landesnamen.

Der Großteil der südafrikanischen Bevölkerung ist zumindest zweisprachig, spricht entweder Afrikaans und Englisch oder eine der beiden Sprachen gepaart mit einer der "schwarzen" Sprachen. Afrikaans ist die Muttersprache der meisten Weißen ("Buren") und eines Großteils der Coloureds, von denen viele in Kapstadt leben. Englisch sprechen neben ca. 36% der Weißen die meisten Asiaten.

Obgleich alle 11 Sprachen Amtssprachen sind und kraft Gesetz gleichermaßen anzuerkennen sind, hat sich Englisch in den letzten Jahren als wichtigste Amtssprache herauskristallisiert. Englisch wird über alle unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen von den meisten Menschen verstanden und hat zudem nicht den negativen Touch einer direkt mit dem Apartheidsregime verknüpften Sprache. Afrikaans war während der Apartheid erste Sprache im Land und ist für viele Schwarzafrikaner direkt mit der Zeit der Rassentrennung verknüpft, in der es Pflichtfach an allen Schulen war.

Als Tourist können Sie sich überall auf Englisch verständigen, jeder ist in der Lage zumindest die alltäglichen Ausdrücke zu verwenden. In der Aussprache gibt es allerdings große Unterschiede: teils finden Sie reines Oxford-Englisch, insbesondere bei vielen Weißen, deren Englisch sich aber wiederum stark von dem der "Buren" unterscheidet. Coloureds und Schwarze haben i.d.R. wiederum eine andere Tonation, woran ich mich erst einige Zeit gewöhnen musste. Sie werden mit Sicherheit keine Probleme haben sich zu verständigen.

Sollten Sie sich für die "schwarzen Sprachen" wie Xhosa oder Zulu interessieren, werden Sie feststellen, dass diese zahlreiche für das westliche Klangempfinden gänzlich ungewöhnliche "Klick"-Laute enthalten. Es gibt nur wenige Weiße, die in der Lage sind, diese Laute richtig "auszusprechen". Für einen Erwachsenen, der diese Laute nicht von frühester Kindheit an gelernt hat, ist es nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, sich diese später anzueignen. Mit meinem Schwiegervater, der neben English und Afrikaans Xhosa und Zulu als Muttersprache beherrscht, habe ich viele Stunden lang versucht, einige dieser Worte richtig auszusprechen - mit sehr überschaubarem Erfolg...

Von "Mama Afrika" Miriam Makeba, die im November 2008 verstorben ist, gibt es hierzu einen sehr bekannten Song, in dem sie mit viel Humor mit der Thematik umgeht ("The Click Song"):

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Südafrikanische Nationalhymne

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